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Das Bewerbungsgespräch:

Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit

Fachartikel Bewerbungen – ETC Schule & Campus

29.04.2011 – Steffen besucht das Technische Berufskolleg der Louis-Lepoix-Schule in Baden-Baden. Im Sommer 2011 wird er seine Fachhochschulreife erwerben. Das Turbo-Gymnasium lag ihm nicht, aber trotzdem kann er hier beim Technischen Berufskolleg eine Fachhochschulreife erwerben. Studieren möchte Steffen vorerst nicht, er möchte erst einmal eine Ausbildung als Mediengestalter beginnen und schreibt seit nunmehr sechs Monaten fleissig viele Bewerbungen. Leider hagelte es auch viele Absagen – aber jetzt hat er es endlich geschafft und wurde zu einem Vorstellungsgespräch nach München zum Bayerischen Rundfunk eingeladen – super!

Mit dem ICE ist die Fahrt nach München sehr schnell und auch sehr angenehm; er musste nur ein Mal in Stuttgart umsteigen. Der Bayerische Rundfunk liegt auch nur fünf Geh_Minuten vom Hauptbahnhof München entfernt und Steffen ist sogar zwanzig Minuten vor dem Termin am Haupteingang. Das Hochhaus des BR ist wirklich beeindruckend – hier würde Steffen sehr gerne arbeiten. In der Eingangshalle ist auch einiges über Rundfunk und Fernsehen ausgestellt. Die Schauspieler und Moderatoren in schlichtem schwarz-weiß waren ihm zwar oftmals unbekannt, aber er erkannte die damals jungen Thomas Gottschalk und Günter Jauch, die hier beim Rundfunk ihre Karriere in den 1970er Jahren begonnen hatten.

Die freundliche Dame an der Rezeption war nur unwesentlich älter als Steffen und so scheute er sich nicht sie anzusprechen: „Guten Tag, mein Name ist Steffen Wolf, ich komme aus Baden-Baden und habe heute ein Vorstellungsgespräch bei Frau Kroier“ – „Oh je, Herr Wolf, da sind Sie leider hier falsch, da müssen Sie nach München-Freimann – das ist ungefähr 20 Minuten von hier, mit dem Taxi!“ – Steffen lief es nun kalt den Rücken herunter, er brachte nur ein kurzes „Oh Gott!“ heraus. – „Keine Sorge, ich rufe Ihnen ein Taxi, das ist sofort hier und dann sind Sie in 20 Minuten in München-Freimann; soll ich jetzt das Taxi rufen?“ – „Ja, ja, gerne“, erwiderte Steffen.
Die Taxifahrt dauerte wirklich nur 20 Minuten und Steffen kam noch pünktlich, aber sehr aufgeregt zum Bewerbungsgespräch.

An diesem Beispiel wird sehr deutlich, wie wichtig eine gute Vorbereitung für ein Bewerbungsgespräch ist – denn wer nicht rechtzeitig am richtigen Ort ist, der kann sich weder gut noch schlecht, sondern gar nicht verkaufen! Deshalb hier einige Tipps zur Vorbereitung:

Einladung telefonisch bestätigen

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgt auch heute noch oftmals auf dem Postwege, manchmal auch per E-Mail. Dieser Termin muss bestätigt werden: Hier bietet sich eine telefonische Bestätigung über das Sekretariat der Personalabteilung an. Dann bitte nachfragen, welche Personen teilnehmen! Schreibe alle Namen genau auf und frage nach der konkreten Position. Wie ist die genaue Adresse? Welches Gebäude? Welches Stockwerk? – Welches Büro? Bedanke dich höflich für diese wertvollen Informationen.

Informationen über das Unternehmen sammeln

PC an und die Website der Firma besuchen: Sammle alle Informationen die wichtig sind: Unternehmenskultur, Unternehmensziele, Produkte, Organisation, Kunden, Partner, …

Fragen zusammenstellen und mögliche Antworten formulieren

Die beste Vorbereitung ist die Sammlung möglicher Fragen der Interviewer im Gespräch. Die Einladung bringt zum Ausdruck, dass der Kandidat die fachliche Eignung besitzt. Nun geht es im Gespräch um die Soft-Skills, dies sind vor allem soziale Kompetenzen; dies hat auch sehr viel mit Sympathie und Antipathie zu tun. In jedem Unternehmen gibt es eine eigene Unternehmenskultur – das heißt, eine bestimmte Art und Weise, wie man allgemein mit anderen Menschen umgeht. Erkundige Dich auf der Website nach dem Unternehmensleitbild oder der Unternehmenskultur!

Hier ein Beispiel für eine mögliche Frage: „Haben Sie auch Schwächen? – Welches sind Ihre Schwächen?“ – Das ist eine sehr gemeine Frage! Soll man jetzt erzählen, dass man sein eigenes Zimmer nicht gerne aufräumt? Vorsicht! Jetzt bloß nicht ehrlich sein! Das ist keine Therapiestunde! – Hier sollte eine Eigenschaft genannt werden, die für den Wunschberuf dennoch etwas positiv wirkt. Hier ein Beispiel für einen Mediengestalter: „Wenn ich eine Präsentation gestalte, bin ich sehr ungeduldig und möchte ein perfektes Ergebnis; dann arbeite ich so lange daran und tüftle herum, bis ich endlich mit dem Ergebnis zufrieden bin.“

Weitere Fragen können sich konkret auf die für das gewünschte Berufsfeld erforderlichen Fähigkeiten beziehen; weitere Infos dazu findest Du auf dieser Website: www.br-online.de/br-alpha/ich-machs. Hier sind über 300 Berufe dargestellt und zudem die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse.

Weitere Fragen könnten zum Lebenslauf gestellt werden. Bei einem Schulwechsel wird sicherlich nachgefragt, warum man beispielsweise das Gymnasium verlassen hat. In diesem Falle kann man dann wunderbar begründen, dass man sich aufgrund seines Wunschberufes für eine bestimmte Fachschule entschieden hat.

Gespräch trainieren

Bei den ersten Bewerbungsgesprächen hat man leider noch nicht so viel Routine und Erfahrung und ist deshalb sehr aufgeregt und vielleicht auch unsicher. Mit einem guten Sparringspartner kann ein Interview sehr gut vorbereitet werden. Suche Dir eine Person in Deinem Umfeld und übe von der Begrüßung an ein Vorstellungsgespräch. Dein „Interviewer“ soll dabei auch auf Angewohnheiten achten, die beim richtigen Gespräch vermieden werden sollten. Beispielsweise wenn sich jemand ständig an die Nase fasst; dies erkennt man selbst nicht, aber ein guter Coach, dem fällt das auf.

Steffen hat den Ausbildungsplatz leider nicht bekommen, aber er gibt nicht auf. Es gibt noch viele Unternehmen der Medienbranche und er hat einen Vorteil: Er ist mobil und deshalb auch zu einem Umzug bereit.

Weitere Infos: www.br-online.de/ausbildung


Hier der Link zum Artikel: www.etc-schule-campus.de

Bildnachweis: Das Funkhaus des Bayerischen Rundfunks (Foto: BR/Ralf Wilschewski)

Das Funkhaus des Bayerischen Rundfunks (Foto: BR/Ralf Wilschewski)

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